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Pollen-Allergie ("Heuschnupfen")

Der Frühling ist da: für die einen ein Grund zur Freude, für andere jedoch beginnt nun wieder eine Zeit des Leidens. Pollen-Allergiker wissen, was nun wieder auf sie zu kommt. Aber was genau verursacht die Beschwerden? Es sind die Pollenkörner, sie werden in den Pollensäcken der Staubbeutel (Antheren) gebildet und enthalten das männliche Erbgut der Pflanzen. Das Hauptproblem für Pollen-Allergiker liegt in der Tatsache begründet, dass bei “Windbestäubern“ der Pollentransport zu den weiblichen Empfangsorganen der Pflanze über die Luft erfolgt: in der zeitweise extrem hohen Pollenkonzentrationen gemessen werden können. Pollen von Haselnuss, Erle und Birke sind sehr häufig Allergie-Auslöser. Es ist hierbei nicht unbedingt nötig, dass ein solcher Baum direkt vor dem Fenster eines Allergikers steht: so können die besonders kleinen und leichten Birkenpollen vom Wind bis zu 500 Kilometer weit getragen werden!

Wie kommt es beim “Heuschnupfen” zur allergischen Reaktion?
Die Pollenkörner der Windbestäuber gelangen über die Luft / Atemluft auf Augen, Nasenschleimhäute und in die Bronchien. Hier kommen sie zwangsläufig mit der dort vorhandenen “wässrigen Phase” in Kontakt und setzen darauf hin bestimmte Substanzen frei (diverse Proteine, Lipide und Zucker). Einige dieser Proteine und Lipide lösen in unserem Körper eine spezifische Immunreaktion aus: unser Immunsystem erkennt diese (im Prinzip eher harmlosen Stoffe) als “körperfremd” und schlägt die gleiche Abwehrstrategie ein wie bei gefährlichen Bakterien oder Viren. Das Immunsystem versucht, über die Produktion von Antikörpern die eingedrungenen Fremdsubstanzen (“Antigene”) einzufangen und im Anschluss unschädlich zu machen.

Antikörper sind spezielle Abwehr-Proteine, die im Prinzip wie ein Ypsilon aussehen (ein Bein und zwei V-förmig abgewinkelte Arme). Die Arme besitzen hochgradig spezifische Bindungsstellen für “ihre” Antigene, die sehr genau auf die Oberflächenstruktur der Antigene abgestimmt sind. Das heißt, für jedes Antigen gibt es “eigene”, spezielle Antikörper. Diese zirkulieren einerseits im Blut, verlassen aber auch das Gefäßsystem und wandern ins Gewebe. Die für Pollen-Allergiker so extrem belastenden allergischen Reaktionen kommen jedoch erst im Zusammenspiel mit einem weiteren Typ von Abwehrzellen zustande: in den Atemwegen, der Mund- und Nasenschleimhaut sowie in der Lymphe befinden sich die sogenannte “Mastzellen”. Diese besitzen an ihrer Oberfläche abertausende Bindungsstellen für Antikörper. Während diese mit ihrem “Bein” auf den Mastzellen angedockt sind, können sie mit den spezifischen Bindungsstellen an ihren “Armen” Antigene einfangen. Sobald ein Antigen gleichzeitig von zwei benachbarten Antikörpern eingefangen wird und das Antigen quasi eine “Brücke” zwischen den Antikörpern bildet, geschieht folgendes: die Mastzelle setzt den in inneren Bläschen gespeicherten Botenstoff Histamin frei, der sehr aggressiv im umgebenden Gewebe wirkt und dort kleine Entzündungen verursacht, Blutgefäße erweitern sich, in der Folge kommt es zu Niesanfällen, Juckreiz etc. Währen eine laufende Nase oder juckende und tränende Augen noch relativ “harmlos” sind, kann es beim sogenannten “Etagenwechsel” gefährlich werden: allergisches Asthma, extreme Atemnot, Sauerstoffmangel durch eine Verengung, Verkrampfung der Bronchien.

Welche Hilfe gibt es?
Am wichtigsten ist eigentlich die “Allergen-Meidung”. Allerding ist dies im Alltag oft nicht möglich. Viele sind beruflich unterwegs oder arbeiten hauptsächlich im Freien. Erfolg versprechend aber langwierig ist eine sogenannte “Hyposensibilisierung”, bei der dem Allergiker über einen langen Zeitraum (drei bis fünf Jahre) in langsam steigender Dosierung diejenigen Antigene injiziert werden, auf die der Patient zuvor in einem Allergietest allergisch reagiert hat. Ziel ist hierbei, das Immunsystem allmählich an das Antigen zu “gewöhnen”, damit die Immunreaktion in Zukunft bei erneutem Allergenkontakt nicht mehr so heftig ausfällt. Und schliesslich gibt es diverse Medikamente, die dem Allergiker helfen können. Insbesondere erwähnt seien hier die “Histamin-Blocker”, die auf eine Unterdrückung der Histamin-Ausschüttung durch die Mastzellen bei Allergen-Kontakt abzielen. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker! Wenn Sie unter einer Pollenallergie leiden, konsultieren Sie auf jeden Fall Ihren Hausarzt oder einen Allergologen!

Wir wünschen Ihnen eine möglichst allergiefreie Zeit!
Ihr Team von der Glückauf-Apotheke